Besuch bei Green Carbon

Für den letzten Tag des ENGHACO-Workshops in Berlin war ein Besuch bei der Firma GreenCarbon in Uelitz in der Nähe von Ludwigslust geplant.

Bei der Anfahrt aus Berlin konnten die KollegInnen aus Ghana teilweise zum ersten Mal erleben, was Schnee ist. Die Gruppe wurde vom Geschäftsführer Roger Holzwarth durch die Anlage geführt, der die Arbeitsweise ausführlich erläuterte. Im Gegensatz zu der Anlage von Global EnerTec, die am Vortag besucht worden war, handelt es sich hier um eine Verkohlung in Retorten, die mit Chargen von jeweils 4 m³ befüllt werden.

Kakaoschale gibt exzellente Kohle

Die Firma war einige Tage vorher mit einem Teil der aus Ghana gelieferten Kakaoschalen beliefert worden. Diese waren dann, wie das normalerweise hier verarbeitete Holz, mit der Abwärme der Anlage getrocknet und in einer Retorte verkohlt worden. Da war ohne weitere Zerkleinerung möglich und danach konnte man die Kakaofrucht noch erkennen. Mit einem Teil der produzierten Kohle wurde der Grill angeheizt und die ganze Gruppe wurde mit Bratwurst und Glühwein bewirtet.

 

Nach Einschätzung von Herrn Holzwarth ergibt die Kakaoschale eine ausgezeichnete Holzkohle. Er kann aus Erfahrung sprechen, denn in der Anlage werden laufend Versuche für diverse Interessenten durchgeführt.

GreenCarbon kann verschiedene Qualitäten von Kohle anbieten. Durch den absatzweisen Betrieb ist jede Charge im Extremfall bis dahin verfolgbar, wo der Baum gewachsen ist. So können in der selben Anlage, aber sorgfältig getrennt, verschiedene Rohstoffe für Futterkohle, medizinische Zwecke oder die Herstellung von Terra Preta Substraten hergestellt werden.

Dr. Akoto vom  Cocoa Research Institute of Ghana (CRIG) konnte sich durchaus vorstellen, eine solche Anlage auf einer der vom CRIG betriebenen Versuchsanlagen zu betreiben, die sich neben der Optimierung des Anbaus von Kakao auch um andere landwirtschaftliche Produkte (Kaffe, Shea, Cashew) kümmern, für die es international eine Nachfrage gibt und die nur in tropischen Ländern angebaut werden können. Genau wie bei der Verarbeitung von Kakao fallen dabei Reststoffe an, die in verschiedener Weise genutzt werden könnten.

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