Holzverkohlung, Wirtschaftliches

UIllmanns Enzyklopädie der Chemischen Technik 1913 und 1930

1913 | 1930

Wirtschaftliches, Statistik 1913

Holzessigsäure wird auf dem Weltmarkt fast ausschließlich als Graukalk gehandelt. Hauptproduzenten sind die Vereinigten Staaten, Deutschland, Österreich-Ungarn und Belgien. Der Konsum von Calciumacetat beträgt pro Kopf und Jahr in Deutschland etwa 0,75 kg, der Weltkonsum (Europa und Nordamerika) etwa 0,2 kg. Holzgeist wird hauptsächlich in den Vereinigten Staaten und in Österreich-Ungarn erzeugt, Meilerteer in Schweden, Finnland und Rußland.

Die amtliche deutsche Statistik gibt leider über die Ein- und Ausfuhr der Holzdestillationsprodukte nur ungenügenden Aufschluß, weil die einzelnen Posten zumeist mit anderen Erzeugnissen zusammen angeführt werden.

Für Holzteer z. B. lohnt es nicht, die betreffenden Zahlen anzuführen, weil er mit Braunkohlen-, Torf- und Schieferteer zusammen behandelt wird.

Ullmanns 1913 Statistik Menge Ullmanns 1913 Statistik Wert

Statistik über Essigsäure, Calciumacetat etc. siehe Band V, 9.

Angaben aus dem Jahr 1930

Wirtschaftliches

Die Menge des jährlich auf der Erde verkohlten Holzes (ist für 1924) auf 3 Mio. t geschätzt werden. In Deutschland und im ehemaligen Österreich-Ungarn wurden 1914 zusammen rund 1 Mio. rm, in den Vereinigten Staaten rund 3.6 Mio rm Holz verkohlt. Es wurden (1914) erzeugt in Deutschland und Österreich-Ungarn zusammen rund 25.000 t Holzkalk und rund 8.500 t Rohholzgeist, in den Vereinigten Staaten rund 80.000 t Holzkalk und 27.000 t Rohholzgeist.

Vor dem Kriege wurde ein großer Teil der amerikanischen Graukalkproduktion nach Europa, vor allem nach Deutschland, ausgeführt. Zurzeit (1928/29) dürfte die Jahreserzeugung an Holzverkohlungsprodukten etwa wie folgt geschätzt werden: Graukalk: Europa 45.000 bis 50.000 t, Vereinigte Staaten von Nordamerika etwa 70.000 t Holzgeist: Europa 14.000 —15.000 t, Vereinigten Staaten von Nordamerika 15.000 t (=24.000 t Rohholzgeist).

An der Spitze der europäischen Holzverkohlungsländer steht die Tschechoslowakei; dann folgen Deutschland, Rumänien, Frankreich, Jugoslawien, Schweden, Polen u. s. w. Die deutsche Graukalkerzeugung, die vor dem Kriege (1913) 18.000 t betrug, ist geringer geworden; die Holzgeisterzeugung (1913 = 3.600 t) dürfte sich kaum geändert haben.

Die deutsche Holzkohlenerzeugung betrug vor dem Kriege etwa 66.000 t, die der Vereinigten Staaten etwa 400.000 t jährlich. Nicht unbeträchtlich ist auch noch die Holzverkohlungsindustrie Canadas; Vorkriegserzeugung: 8.500 t Holzkalk, 2.800 t Holzgeist, 72.640 t Holzkohle. Anfänge einer Holzverkohlungsindustrie finden sich in Japan, Ostindien und Südamerika.

Genaue Zahlen lassen sich leider für fast alle obengenannten Länder nicht bringen. Nur über die Erzeugung von Holzverkohlungspiodukten in den Vereinigten Staaten von Nordamerika liegt eine genaue Produktionsstatistik vor im amtlichen Censusbericht für 1927 („Wood Destillation and Charcoal Manufacture«, Washington 1929).

Auch die Ein- und Ausfuhrstatistik Deutschlands gibt nur ein mangelhaftes Bild vom deutschen Außenhandel in Holzdestillationsprodukten, da verschiedene wichtige Erzeugnisse zusammen mit anderen angeführt werden. Folgende Zahlen (dz) seien hier wiedergegeben:

Ullmann 1930 Einfuhr

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