ENGHACO

Zusammenarbeit zwischen Ghana und Deutschland

ENGHACO steht für Energize Ghana by Utilization of Cocoa Pod Husks und ist ein Projekt, das von der  SRH Hochschule Berlin initiert wurde.

Es geht um die Nutzung der Fruchtschalen der Kakaofrucht (engl. Cocoa Pod Husk) als Rohstoff für Pyrolyse oder Verkohlung mit modernen Verfahren. Dabei können die entstehenden Gase zur Stromerzeugung genutzt werden und die Kohle wird als Biokohle (engl.: Biochar) in der Landwirtschaft verwendet. Alternativ ist die Nutzung als Brennstoff möglich. Damit kann die in Ghana zum Kochen verwendete Holzkohle ersetzt werden. Das Aufkommen an CPH wird auf knapp 1 Million t/a geschätzt.

2018 konnte im Rahmen eines Defintionsprojekts Kontakte zur Hochschulen und Firmen in Ghana geknüpft werden. Nach einem Besuch in Ghana (Accra, Kumasi) im Oktober 2018 gab es eine Konferenz im Januar 2019 in Berlin, zu der Experten aus Ghana eingeladen werden konnten.

Bei der Besichtigung von zwei moderen Konzepten konnte gezeigt werden, dass aus Kakaofruchtschalen eine ausgezeichnete Kohle hergestellt werden kann (Green Carbon und Global Enertech). Dafür wurden im Rahmen des Definitionsprojekts ungefähr 7 Tonnen Material von den Kakaobauern in Asaman (in der Nähe von Kumasi) gesammelt und in einem Container auf dem Seeweg nach Deutschland transportiert.

Anleitung für Kakaobäuerinnen zur Herstellung von Pottasche und Seife (CRIG 48 Seiten, 2012)

An einer Nutzung dieses Nebenprodukts der Kakaoproduktion wird seit Jahrzehnten gearbeitet. Das traditionelle Verfahren besteht in der Veraschung (ohne Wärmenutzung) zur Gewinnung von Pottasche, die zusammen mit Kokosfett zur handwerklichen Herstellung von Seife in Ghana benötigt wird. Andere Verwendungsmöglichkeiten, die vom staatlichen Forschungsinstitut für Kakao (CRIG) gefördert werden, sind die Nutzung als Tierfutter, die Pilzzucht oder die Herstellung von Pektin. Das meiste verrottet in den Kakaowäldern und trägt zur Verbreitung einer Pilzkrankheit (Black Pod Disease) bei. Die Entfernung der CPH wird als Massnahme zur Eindämmung der Krankheit anstelle von chemischen Pflanzenschutzmitteln empfohlen.

 

Von Wissenschaftlern und Unternehmen in Ghana wurden bereits die verschiedenen Möglichkeiten zur Nutzung von Biomasse in Pilotanlagen untersucht. Auch am Einsatz von Biokohle in der Landwirtschaft wird gearbeitet.

Mit den Kakaofruchtschalen kann eine Rohstoffquelle erschlossen werden, die bisher kaum genutzt wird. Gleichzeitig verringert die Verwendung dieses Materials die Gefahr einer Entnahme von Brenn- und Kohlholz aus den tropischen Regenwäldern, an deren Schutz es ein besonderes Interesse der Weltgemeinschaft gibt.

 

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