ARTE über polnische Köhler

Eine  Reportage, die für den Deutschen Kamerapreis 2020 nominiert ist, kann man in der Mediathek von ARTE bis 9. Juni 2020 ansehen. Dazu heisst es

  • Zbyszek und Marian sind Köhler. Sie leben in den polnischen Karpaten, unweit der ukrainischen Grenze. Tag und Nacht wachen sie über die Schornsteine ihrer Köhleröfen. Früher lieferten sie Kohle an Stahlwerke und Glashütten, heute machen sie Grillkohle für Kunden in Deutschland. Doch die Konkurrenz ist hart …

Es geht in der Reportage weniger um die Technik der Köhlerei, sondern um die Lebensumstände von Marian (62) und Zbyszek (60). Deshalb kann man nur schwer erkennen, dass es sich nicht die Art von Meiler handelt, die  von Gruppen des  Europäischen Kohlerverbands in jedem Sommer als ein von der UNESCO anerkanntes »Immaterielles Kulturerbe« aufgebaut wird. Tausende Besucher kommen zu den Köhlerfesten in ganz Europa.

Hier handelt es sich die Weiterentwicklung des traditionellen Verfahrens mit Meileröfen aus Stahl, die aber im Prinzip genauso funktionieren.

In dem Bericht heisst es zur Lage der Köhler:

  • Die beiden Männer sind Köhler und leben schon seit vielen Jahren gemeinsam im Wald, in den polnischen Karpaten, unweit der ukrainischen Grenze. Ihr Zuhause ist eine einfache Baracke ohne Strom und fließend Wasser. Sie stellen Holzkohle her – nach jahrhundertealter Tradition. Tag und Nacht wachen sie über die Schornsteine. Färbt sich der Rauch blau, verbrennt das Holz zu Asche. Das heißt: keine Kohle – und kein Geld.
  • In Säcken wird die Holzkohle abtransportiert.

    Früher lieferten sie Kohle an Stahlwerke und Glashütten, heute machen sie Grillkohle für Abnehmer in Deutschland. Doch die Konkurrenz ist hart. Große Kohlefabriken verderben die Preise. Vor 15 Jahren gab es hier noch mehr als hundert Orte, an denen Köhler arbeiteten. Heute stirbt der Beruf in Polen aus.

  • Ob wir im nächsten Jahr noch arbeiten dürfen, weiß ich nicht“, sagt Marian.
  • Andere Köhler haben ihre Arbeit schon verloren: Robert (41) und sein Vater Andrzej (62) bleiben dennoch im Wald. Sie hoffen, irgendwann wieder in ihrem Beruf arbeiten zu können.

Im mdr vom November 2019

Der Beitrag wurde schon am 2. November 2010 um 18 Uhr im mdr unter dem Titel »Heute im Osten – Reportage: Das Ende der Holzkohle«gezeigt.

In der Ankündigung sind Standfotos aus dem Beitrag, an denen man Details zu den Öfen erkennen kann.

Vor allem bieten die beiden Köhler das typische Bild mit russbedecktem Gesicht und ebensolchen Händen.

 

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