Würgt Präsident Trump die Biokohle ab?

Mit blankem Entsetzen haben Klimaschützer und die Förderer Erneuerbarer Energien auf die Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika reagiert. Im Wahlkampf hatte Trump keinen Zweifel daran gelassen, dass er den Klimawandel für einen „hoax“ hält. Er will die Kohlegruben wieder in Betrieb nehmen, die Öl- und Erdgasproduktion, auch das Schiefergas, nicht behindern. So würde die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre weiter steigen.

Auch in der Biochar-Szene der USA wurde das Wahlergebnis kontrovers diskutiert. Einige hatten darauf gesetzt, dass es möglich sein würde, die dauerhafte Festlegung von Biokohle im Boden als Reduzierung von Kohlendioxid (Carbon Credits) vergütet zu bekommen. Das wäre ein schwerwiegendes finanzielles Argument und würde einen Anreiz für die Entwicklung einer Biokohle-Industrie in grossem Stil darstellen.

Es gibt in der Biokohle-Szene aber auch andere, die mehr zu einer kleinteiligen, ökologischen Landwirtschaft tendieren und den Erhalt und die Wiedergewinnung der Bodenfruchtbarkeit als den wichtigsten Aspekt betrachten. Riesige Flächen sind in den USA durch die jahrzehntelange Praxis einer industriell betriebenen Landwirtschaft degradiert und könnten mit Biokohle vor weiterer Erosion bewahrt werden.

In der Biochar-Mailingliste hat Rick Wilson seine Einschätzung veröffentlicht. Er ist in der Geschäftsführung des Unternehmens element C6, das unter dem Namen „Turf Rescue“ ein Bodenverbesserungsmittel für Golfrasen vermarktet. Das Produkt wurde unter seiner Leitung bei CoolPlanet entwickelt und wird unter der Marke Cool Terra für universellen Einsatz in der Landwirtschaft angeboten.

Er schreibt am 13. November 2016:

The US government has not been an advocate of biochar.  Biochar never was the recipient of beneficial treatment or carbon credits.  The Obama administration has not helped us.

Die Obama-Regierung hätte Biokohle nie unterstützt und diese sei nicht für „carbon credits“ in Betracht gezogen worden. Die Regierung hätte stattdessen Milliarden Dollar durch erfolglose Projekte für Biokraftstoffe verbraten und damit auf das falsche Pferd gesetzt. Biokohle-Experten,  wie Johannes Lehman oder Saran Sohi seien ignoriert worden.

Infolgedessen seien keine Veränderung zum Schlechteren zu befürchten.

Rick Wilson sieht in Biokohle in erster Linie ein Mittel für die Gesundung der Böden, die Grundlage der menschlichen Ernährung sind. Er bezweifelt allerdings ob es – egal ob bei Republikanern oder Demokraten – ein Bewusstsein dafür gibt, wie wichtig die Frage der Ernährung und wie notwendig eine Verminderung des Wasserbedarf in der Landwirtschaft ist.

Mit Turf Rescue kann er nachweisen, dass Biokohle auf Golfplätzen tatsächlich bei geringerem Wasserbedarf (ein wichtiges Argument in Kalifornien) ein sattes Grün ergibt.


Offensichtlich ist es notwendig, den Weg über die Golfplätze zu gehen, bevor die Landwirte vom Nutzen der Biokohle überzeugt sind.

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