Opel Kadett mit Holzgas

SwissClassic Nr. 52 06.2015/2015 Seite120 - 125

Ende 2015 brachte die Schweizer Zeitschrift »SwissClassic« einen ausführlichen Beitrag über Daniel Hagen und seinen Opel Kadett mit Holzvergaser. Historische Kraftfahrzeuge aus der Blütezeit des Holzvergasers zwischen 1920 und der Mitte der 1950er Jahren kann man noch in Museen sehen. Beispielsweise einen »Adler Diplomat 3 GS« im Deutschen Museum in München.

Das Fahrzeug von Daniel Hagen ist vergleichsweise neu. Er hat es 2007, als der Benzinpreis gerade von 1,35 sFr auf 1,60 sFr gestiegen war, gekauft. Seinen Arbeitskollegen gegenüber hatte er angekündigt, daß er in diesem Fall mit dem Holzvergaser zur Arbeit kommen würde. Die 25 km von Hüttwillen nach Will sind mit einem Sack Holz zu schaffen.

Er fand einen gut erhaltenen Opel Kadett und baute am Heck einen Wisco-Braunkohlevergaser aus seiner Sammlung ein.

Den genauen Abflauf des Umbaus und Grundlagen zur Technik und zum Betrieb von Holzvergasern hat er auf seiner Web-Site »Holzgas.ch« zusammengestellt. Das gelegentlich notwendige Rütteln des Brennstoffs übernimmt nur ein Scheibenwischermotor. Das Radio wurde durch zwei Manometer ersetzt, die man ebenso wie den Drehlzahlmesser während der Fahrt im Auge behalten solle.

Ein kurzes Video zeigt, daß es wirklich geht.

Als Treibstoff werden 6 – 10 kg Eschenholz, das bei der Herstellung von Davoser-Schlitten bereits in handliche Klötzchen zersägt anfällt, verwendet. Für das Aufheizen vor der Fahrt muß man 30 Minuten einkalkulieren. Wenn der Generatur läuft und stabil Gas produziert, kann man fast wie mit einem normalen Benziner fahren. Man rechnet mit einem Verlust 40 % gegenüber dem Benzinbetrieb. Das reicht für flache Strecken, aber am Berg verliert das Fahrzeug an Geschwindkeit.

Ein Erfahrungsbericht findet sich im Blog von Zwischengas.

Daniel Hagen besucht mit seinem Kadett regelmäßig Treffen für Oldtimer und alte Landmaschinen. Er gilt in der Schweiz als nicht nur der einzige, der regelmäßig ein Auto mit Holzvergaser fährt, sondern auch als einer der wenigen, die wirklich etwas davon verstehen.


Weitere Informationen zu den Generatoren der Firma Wisco, die ihren Sitz in Berlin-Halensee hatte.

Download PDF:

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*