Pilotanlage Stafsjö, Schweden

Die Anlage in Stafsjö

Die Pilotanlage in Stafsjö (Schweden)

Kolbenpumpe in Stafsjö

Im Torfmoor von Stafsjö in Schweden wurde eine Pilotanlage zur Nassverkohlung von Torf nach dem Konzept von Dr. Martin Eken­berg gebaut und betrieben.

Eine ausführliche Beschreibung der Anlage mit drei Fotos ist im Kapitel »Ekenberg Wet Carbonising Process« auf Seite 18 bis 21 in der Schrift »Commer­cial Peat, its uses and Possibilities« von Frederick T. Gissing enhalten. Gissing hat zusammen mit P. R. Björling das Buch »Peat, its use and manufacture« ge­schrie­ben in dem die damals üblichen Verfahren zur Aufbereitung von Torf bes­chrie­ben werden.

 

Die Wahl von Stafsjö war kein Zufall, denn hier wurde bereits die Maschine Aleph Anrep ein­ge­setzt, die eine pumpfähige Suspension von Torf in Wasser lieferte. Mit einem Pulper wurden die grö­beren Holzstücke entfernt.

Gissing verweist auf den Vortrag von Ekenberg beim »Iron and Steel Institute« in London im Mai 1909. Dieser Vortrag sei von verschiedenen Fachzeitschriften mit dem Bildmaterial über­nommen worden. Eine Brikettfabrik nach diesem Verfahren solle eine Produktion von 50 t pro Tag aufweisen.

Die Versuchsanlage in Stafsjö

Die Rohre in denen die Nassverkohlung stattfindet in der Anlage von Stafsjö

Die Anlage dürfte der Be­schreibung mit Skizzen in der Patentschrift (US 847.748, Anmeldung von 14 Mai 1903) entsprechen. Diese beschreibt ein Bündel von liegenden Röhren, teil­weise über einer ge­mauer­ten Feuerung. Die Torf­sus­pension wird mit einer Kol­benpumpe in die Röhren gedrückt und im Gegenstrom vorgewärmt, bevor sie in den beheizten Bereich kommt. Die Röhren sind konzentrisch, wobei die frische Torfsuspension im inneren Rohr hin fliesst und im äusseren Rohr zurück. Die Röhren enden in einem gemeinsamen Sammelkanal.

Die Temperatur im inneren Rohr über dem Feuerraum wird mit 155 °C angegeben. Tatsächlich dürfe eine genaue Einstellung der Temperatur mit den damaligen Mitteln schwer gewesen sein.

Das Prinzip der Nassver­kohlung nach Ekenberg wurde in einem Bericht von Alf Lar­son an die schwedische Regie­rung beschrieben.