Frye Poultry, West Virginia, USA (Hühnermist)

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Fraye Poulty in den Appalachen (West Virginia)

I like to solve problems. I like to see problems solved and I especially would rather not be part of the problem as hard as that can be at time..... (Josh Frye)
Das Unternehmen Frye Poultry wurde 1991 von Josh Frye in Wardensville, West-Viginia gegründet und mästet mehr als 700,000 Hühner.  2006 – 2007 wurde ein Festbett-Vergaser für die Verwertung von 1.000 lbs Hühnermist pro Stunde installiert, der einige  5 millionen  btu pro Stunde an Wärme liefert. Hühnermist hat einen Wassergehalt von 20% – 40% und der Transport zu Orten, wo die Nährstoffe gebraucht würden, scheitert an den Transportkosten.
Wardensville liegt im Einzugsgebiet der Chesapeake Bay und es gelten strenge Umweltauflagen, etwa was die Ausbringung von Nährstoffen anbetrifft. Die Herstellung von Biokohle ist eine Option.
Inzwischen wurde die Biokohle auch beim Pflanzen von Bäumen entlang des Cacapon River eingesetzt. Die erfolgte im Rahmen eines Programms zum Erosionschutz in der Umgebung der Chesapeake Bay. Ein Bericht des Natural Ressources Conservation Service, eine Abteilung des US Department of Agriculture, dem Ministerium für Landwirtschaft. (Der Einsatz von Biokohle zum Pflanzen von Bäumen scheint sich wachsender Beliebtheit zu erfreuen).
Es ist auch Thema eines Forschungsprojekts desWVU Environmental Research Center mit dem Titel Turning Poultry Litter into a Stewardship Asset und es wurde von Prof. Louis M. McDonald von der West Virginia University untersucht, der Pflanzversuche mit Switch Grass und Miscanthus durchführt.
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Die Pyrolyseanlage bei Frye Poultry

Josh Frye hatte in den 1990ern von Versuchen zur Pyrolyse von Hühnermist gehört. Auf Einladung seines Freundes Matt Harper besuchte er eine Vorführung der  Coaltec Inc.   mit Truthahn-Mist und war sofort überzeugt.  Zusammen mit  Mike McGolden of Coaltec  konnte ein Zuschuß (CIG)  bekommen werden.

Mit Hühnermist war es nicht so einfach wie mit anderen Biomassen, wie Holz, Kokosnußschalen, Switch Grass oder Kuhdung. Hühnermist gibt kein Biogas, es hat einen geringen Heizwert und einen hohen Wassergehalt.

Es wird ein zweistufiger Vergaser eingesetzt.

Anfangs wurde Asche produziert, die hohe Kalium und Phosphor-Geahlte aufwies, die aber unlöslich waren. Frye wollte aber einen Dünger für die Landwirte der Umgebung anbieten.
Von Tom Basden von der WVU Extension (West Virginia University) kam der Vorschlag, man könne statt Asche auch Kohle machen. Eines Tages würde man die Hühner nur halten um den Mist dafür zu bekommen, scherzte er. So weit sei es noch nicht gekommen, meint Frye. Aber Hühnerkohle ist »Best Management Practice (BMP)« und der ideale Weg um begrenzte Ressourcen zu schonen., denn Wissenschaftler gehen davon aus, daß die Phosphorvorkommen nur noch 100 Jahre reichen.

Wenn man es als Dünger oder Bodenverbesserungsmittel betrachtet, ist das Produkt steril und trocken. Die Nährstoffe sind darin aufkonzentriert und wasserunlöslich. Sie werden von den Bodenbakterien langsam aufgeschlossen und von den Wurzeln der Pflanzen aufgenommen. Dazu kommt, daß Biokohle in der Lage ist Schwermetalle aus Luft, Wasser und Boden zu binden.

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Vom Gesichtspunkt der Energie sind Wärme, Strom und Kälte zu nennen. Die Wärme ist der kostengünstigste Ansatz. Es ist einfach und billig in der Installation. Die Heizungsrechnung kann für Hühnerfarmen in dieser Region in der Mitte der Appalachen den bedeutendsten Kostenfaktor darstellen. Die Luft muß vorgeheizt und die Temperatur über dem Taupunkt gehalten werden. Jetzt sind dafür keine keine Ventilatoren mehr nötig.

Nach Beratung mit Experten, wie  Johannes Lehmann Cornell University and Isabel Lima USDA ARS wurde der Vergaser umgebaut, so daß er eine nährstoffreiche Biokohle liefert.

Hühnerkohle unterscheidet sich von anderen Biokohlen dadurch, daß sie mit Nährstoffe aufgeladen ist, von denen manche in der Kohle gebunden sind. Sie werden langsam unter der Wirkung der Bodenbakterien freigesetzt und von den Pflanzen in Lebensmittel umgewandelt. Hühnerkohle hat eine negative Oberflächenladung.

Frye verkauft seine Kohle über seine Website.

1 t ungesiebt für $ 700, gesiebt für $ 800, im Eimer (5 gallon) für  $70 und als »cosmo compost« für $ 9 pro Sack (1,6 cuft).

Frye Poultry auf der Titelseite von der Tageszeitung USA Today

Berichte über Frye Poultry

Der Forschungsbericht von Tom Basden (WVU) als PDF.

Ein ausführlicher Bericht des USDA zur Situation in West-Virginia und den unerwartet guten Ergebnissen.

 

Ein Text der Blue Ridge Environmental Defense League von Juni 2011  sieht das Ganze etwas kritischer und lehnt es ab.

Video, in dem die Anlage von Frye Poultry vokommt. (ab 2:47)